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Deutschland und Afghanistan - die bilateralen Beziehungen

22.12.2017 - Artikel

Deutschland und Afghanistan haben eine lange Geschichte positiver bilateraler Beziehungen. Deutschland unterstützt mit Nachdruck und aktiv den politischen Prozess, der Afghanistan in eine neue stabile und friedliche Zukunft führen wird.

Commitment to Afghanistan: Federal Foreign Minister Guido Westerwelle with Afghanistan’s President Hamid Karzai at the 2011 Afghanistan Conference in Bonn.
Commitment to Afghanistan: Federal Foreign Minister Guido Westerwelle with Afghanistan’s President Hamid Karzai at the 2011 Afghanistan Conference in Bonn.© dpa/picture-alliance

Deutschland und Afghanistan teilen eine lange Geschichte positiver bilateraler Beziehungen. Der Beginn geht auf die Expedition einer Gesandtschaft 1915 zurück, die im Auftrag des Kaisers Beziehungen zu Afghanistan knüpfen sollte, um Afghanistan für den Eintritt in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte zu gewinnen. Die Mission misslang, legte aber den Grundstein für die bilateralen Beziehungen. Die Gründung der deutschen Oberrealschule in Kabul bereits Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts gibt beredtes Zeugnis für das große Interesse, das beide Länder von Anfang an füreinander entwickelt haben.

Bereits im Jahr 1926 wurden die bilateralen Beziehungen mit dem Deutsch-Afghanischen Freundschaftsvertrag auf eine vertragliche Grundlage gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg intensivierten sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten auf allen Ebenen. Zahlreiche Afghanen studierten in Deutschland, deutsche Wissenschaftler unterrichteten an afghanischen Universitäten.

Nach Krieg und Bürgerkrieg und dem Sturz des Taliban-Regimes war es für Deutschland selbstverständlich, Afghanistan auf seinem Weg in eine neue demokratische Zukunft zu fördern. Seit der ersten Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn im Dezember 2001 hat Deutschland mit Nachdruck und aktiv den politischen Prozess unterstützt, der Afghanistan in eine neue stabile und friedliche Zukunft führen wird. Meilensteine dieses so genannten Bonn-Prozesses, der mit den ersten Parlamentswahlen 2005 abgeschlossen wurde, waren die Verabschiedung einer modernen, den Menschen- und Bürgerrechten verpflichteten Verfassung und die Wahl eines demokratisch legitimierten Präsidenten der Islamischen Republik Afghanistan. Heute ist Deutschland zweite Heimat für ca. 100.000 Afghanen.

Besuch des afghanischen Praesidenten Aschraf Ghani in Berlin am 02.12.2015.
Bundeskanzlerin Angela MERKEL und Aschraf GHANI (Afghanistan) beim Shake Hand vor den Landesfahnen. Pressebegegnung des afghanischen Praesidenten und der Bundeskanzlerin im Bundeskanzleramt in Berlin, Deutschland am 02.12.2015. | Verwendung weltweit© picture alliance / Sven Simon

Deutschland unterstützt den Wiederaufbau Afghanistans. „Für kein anderes Land der Welt hat Deutschland finanziell mehr Entwicklungshilfe geleistet als für Afghanistan“, sagte Bundesminister Steinmeier bei seinem Besuch am 30. August 2015 in Kabul. Vor dem Hintergrund der Strategie einer „Übergabe in Verantwortung“ und Zusagen der afghanischen Regierung in den Bereichen Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung auf den Afghanistan-Konferenzen in London, Kabul und Tokio hat die Bundesregierung ihre zivilen Hilfszusagen seit 2010 auf 430 Mio. Euro jährlich bis einschließlich 2016 erhöht.

Im Sicherheitsbereich, dem anderen Pfeiler unserer Unterstützung, beteiligt sich Deutschland seit Januar 2015 an der NATO Resolute Support Mission (RSM), in deren Rahmen Deutschland mit Hilfe von 20 Partnernationen die Verantwortung für den Standort Masar-e Scharif im Norden übernommen hat. Deutschland stellt im Rahmen von RSM 980 Soldaten. Aufgaben der Mission sind Training, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Darüber hinaus unterstützt Deutschland im Rahmen des bilateralen Polizeiengagements (German Police Project Team, GPPT) mit Beratung der Führungsebene der Afghan National Police (ANP), der Afghan National Police Academy sowie der Grenzpolizei an den Flughäfen Kabul und Masar-e Scharif.

Deutschland und Afghanistan feierten 2015/16 100 Jahre bilaterale Beziehungen. Den Auftakt machte Außenminister Steinmeier bei seinem Besuch in Kabul im August 2015. Höhepunkt war der Besuch des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani vom 1. bis 3. Dezember 2015 in Berlin, bei dem er Gespräche mit Bundespräsident Gauck, Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier führte. Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Gabriel besuchten Kabul im Dezember 2017 und versicherten der afghanische Regierung unserer fortgesetzten Unterstützung.

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