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Der Deutsche Botschafter zum Jahrestag des Anschlags vor der Deutschen Botschaft Kabul am 31.05.2017

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags vor der Deutschen Botschaft Kabul

 DM Andisha, Gouverneur Akram, Botschafter Walter Haßmann und DM Azizi bei der Zeremonie zum Gedenken an die Opfer des Anschlags vor der Deutschen Botschaft Kabul am 31.05.2017., © Botschaft Kabul

22.11.2017 - Artikel

Vor einem Jahr, am 31. Mai 2017, explodierte ein mit Sprengstoff präparierter Lkw vor der Deutschen Botschaft in Kabul.
Gemeinsam mit unseren afghanischen Freunden gedenken wir heute der unschuldigen Opfer dieser Anschläge und sprechen ihren Angehörigen unser fortdauerndes Mitgefühl aus.

Vor einem Jahr, am 31. Mai 2017, explodierte ein mit Sprengstoff präparierter Lkw vor der Deutschen Botschaft in Kabul. Dabei kamen fast 200 Menschen ums Leben, rund 500 wurden verletzt, die allermeisten von ihnen waren Zivilisten, darunter auch viele Kinder.

Bis heute hat niemand sich zu dem Anschlag bekannt.

Gemeinsam mit unseren afghanischen Freunden gedenken wir heute der unschuldigen Opfer dieser Anschläge und sprechen ihren Angehörigen unser fortdauerndes Mitgefühl aus.

Dieser Anschlag ist nur einer von vielen, die zahlreichen Menschen in Afghanistan das Leben gekostet haben. Wir verurteilen auf das Allerschärfste diese menschenverachtende Gewalt, die in der Bevölkerung Zweifel an einer friedlichen Zukunft Afghanistans sät.

Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft sind fundamental für die Stabilisierung Afghanistans. Nur wenn dieses Vertrauen der Menschen - in der Regierung ebenso wie in der Zivilgesellschaft, in Kabul ebenso wie in den anderen Provinzen des Landes - erhalten bleibt, können wir der Gewalt im Land effektiv entgegenwirken.

Deutschland und seine Partner arbeiten eng mit Afghanistan zusammen, um das Land gemeinsam wiederaufzubauen, seine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung voranzubringen, Korruption zu bekämpfen und hinreichende Sicherheit zu gewährleisten.

Wichtige Ergebnisse unseres Engagements sind für viele Menschen in Afghanistan täglich erfahrbar:

Der Zugang und die Qualität der Gesundheitsversorgung haben sich deutlich verbessert und die Lebenserwartung steigen lassen;

Die Transport- und Energieinfrastruktur wurde an vielen Stellen ausgebaut und erleichtert immer mehr Menschen den Alltag. Das Bildungsangebot in Schulen und Universitäten hat sich spürbar verbessert. Afghanistan verfügt über eine vielfältige Medienlandschaft und eine lebendige Zivilgesellschaft. Immer mehr Frauen beteiligen sich aktiv am öffentlichen Leben. Deutsche Soldaten und Polizisten beraten die afghanischen Sicherheitskräfte bei ihrer schwierigen Aufgabe, die Sicherheitslage im Land schrittweise zu verbessern.

Diese positiven Entwicklungen gilt es zu verstetigen. Wir stehen zu unserer Verantwortung, den Menschen in Afghanistan und künftigen Generationen Perspektiven zu geben.

Grundlegend dafür ist die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden, der nur durch eine politische Lösung erreicht werden kann.

In den vergangenen Monaten hat die afghanische Regierung, unterstützt von der Zivilgesellschaft, entscheidende Schritte für den möglichen Beginn eines innerafghanischen Versöhnungsprozesses mit den Taliban unternommen. Die Bundesregierung unterstützt dies aktiv und setzt sich insbesondere für die internationale Flankierung eines solchen Prozesses ein. Wir wünschen uns insbesondere von den regionalen Nachbarn Afghanistans eine noch konstruktivere Haltung.

Die Bundesregierung wird Afghanistan, aufbauend auf der über hundertjährigen Freundschaft, die unsere beiden Länder verbindet, weiterhin eng begleiten und unterstützen.

Als sichtbares Zeichen unseres Vertrauens in eine friedliche Zukunft arbeitet die Bundesregierung mit Hochdruck am Wiederaufbau der Deutschen Botschaft, die bei dem Anschlag vom 31. Mai 2017 stark beschädigt wurde. Trotz erschwerter Bedingungen hat die Botschaft ihre Arbeit im gesamten vergangenen Jahr fortgeführt. Gemeinsam mit Vertretern der afghanischen Regierung und Überlebenden des Anschlags werden wir am heutigen 31. Mai der Opfer gedenken.

Die Regierungen unserer beiden Länder werden sich in enger Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern auch in Zukunft für eine stabile und friedliche Entwicklung Afghanistans einsetzen.


Botschafter Walter Haßmann

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